Fahrzeugaufbereiter – ein Traumjob mit Folgen (3 Jahre später)

Als ich hier 2018 das erste Posting zu diesem Thema „Fahrzeugaufbereiter – Ein Traumjob mit Folgen“ verfasste, war ich wirklich nicht mehr gut drauf und stand vollkommen neben mir.

Nach zahlreichen Arztbesuchen (Hausarzt, Neurologe, Orthopäde) kam man oft zu der Diagnose Psychosomatik. Ich bildete mir bereits Symptome ein, die ärztlich nicht zu erklären waren und musste lernen zu verstehen, welch riesigen Einfluss die Psyche auf deinen Körper nehmen kann.

Ich hatte überdurchschnittlich oft Probleme mit dem Rücken, entwickelte auch Myogelosen die bis heute noch vorhanden sind. Ich entwickelte Bluthochdruck, der ebenfalls bis heute noch medikamentös behandelt wird. Dabei saß ich eines abends total aufgedreht auf der Couch, als hätte ich eine 1,5ltr. Flasche Cola getrunken. Hatte einen Blutdruck von weit über 150, obwohl ich im Ruhezustand war und auch seit längerem keine koffeinhaltigen Getränke mehr konsumiere.

Das alles wurde tatsächlich durch Psychosomatik verursacht. Die Seele gab mir über den Körper das Signal, das jetzt langsam mal gut ist!! „Hey man, ich kann nicht mehr dauernd Vollgas geben! Dein Motor platzt irgendwann!“

Da ich eher so der Typ „Arbeitstier“ war, viel es mir anfangs auch sehr schwer mich darauf einzulassen und zu verstehen, das die Seele quasi der Wächter deines Körpers ist.

Auf Anraten der Ärzte beschloss ich schliesslich, beruflich die Notbremse zu ziehen und fing an den Markt zu sondieren. Dabei stiess ich auch bereits auf ein Jobangebot, welches aber 30km entfernt war. Angesichts des nicht so überdimensionalen Gehalt´s als Fahrzeugaufbereiter kam ich da schon erstmal ins grübeln, ob das wirklich Sinn machen würde. Aber egal, ich bewarb mich dort und hoffte aufgrund meiner zahlreichen Seminare auf eine positive Rückmeldung. „Was hat man zu verlieren? Anhören kann man sich alles, man muss ja nicht gleich zusagen!“

Und diese Rückmeldung kam dann auch prompt. Ich hatte ein sehr positives Gespräch mit meiner heutigen Chefin. Neben einer Heizung (die ich vorher nicht hatte), geniesse ich dort sogar den Luxus eine Hebebühne zu haben. Dazu noch ein kleines, familiäres Team mit einem Meister, der mehr auf Qualität setzt als auf Tempo. Das hat sich in den vergangenen 2 Jahren auch bereits ausgezahlt, da mir bislang kein Kunde bekannt ist, der unzufrieden war! Zwischenzeitlich konnte ich auch mit positivem Ergebnis die Prüfung zum zertifizierten KFZ-Aufbereiter (BFA/HWK) über den Bundesverband Fahrzeugaufbereitung (BFA) ablegen. Dafür bin ich meiner Chefin auch sehr dankbar, das Sie mir dieses ermöglicht hat.

Abschliessend möchte ich sagen, das es mir heute deutlich besser geht. Es war für mich einfach ein Glücksgriff, das ich dort anfangen konnte. Unabhängig davon darf ich aber nie vergessen, das so eine psychosomatische Erkrankung (oder auch Vorstufe vorm BurnOut) nie unterschätzt werden sollte. Man kann es auch mit einer Suchterkrankung vergleichen, denn man kann immer wieder rückfällig werden!

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